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Scrapie

Scrapie oder Traberkrankheit ist eine übertragbare, langsam tödlich verlaufende Erkrankung des Gehirns bei Schafen und seltener auch bei Ziegen. Sie wird höchstwahrscheinlich durch fehlgebildete Prionen (Eiweiße) hervorgerufen. In der Folge von Scarpie bilden sich in den Nervenzellen Hohlräume. Die erkrankten Tiere zeigen starke Verhaltens- und Gangstörungen. Dabei kratzen sich die Tiere wegen eines starken Juckreizes und scheuern sich die Wolle ab. Daher auch der Name Scarpie vom englischen to scarpe – kratzen.
 
Man nimmt an, dass der Erreger von Scarpie vom Schaf auf das Rind übergesprungen ist und so BSE entstand. Die Krankheit tritt insgesamt sehr selten auf. Die Gefahr einer direkten Übertragung auf den Mensch ist äußerst gering.
 
Symptome
Das verhängnisvolle an Scarpie ist, dass sie eine sehr lange Inkubationszeit hat. Das bedeutet, dass erst nach 0,5 bis 2,5 Jahren erste Symptome der Krankheit beim Schaf oder bei Ziegen auftauchen. Die Erkrankung kann erst bei Tieren mit einem Alter von 1,5 Jahren festgestellt werden.
Bei einem an Scarpie erkrankten Schaf fällt zunächst auf, dass es sich Teile des Fells abscheuert. Der Juckreiz lässt das erkrankte Schaf immer wieder sein Fell scheuern.
Das Verhalten des Schafes ändert sich. Augenfällig ist ein schwankender Gang und einknicken in den Gliedmaßen. Das Tier kann nicht mehr im Galopp gehen und Sprünge sind ebenfalls unmöglich.
Insgesamt verhält sich das Schaf unruhig und schreckhaft. Sowohl knabbern an den Lippen als auch ein komisches Spiel mit den Ohren ist zu sehen. Auch der Kopf wird häufig genickt, oder seitlich bewegt. Ein vermehrter Speichelfluss kommt manchmal hinzu. Beim Fliehen kann das Schaf plötzlich zusammenbrechen.
Die erkrankten Schafe bzw. ZIegen leben nach den ersten Symptomen nur noch wenige Wochen bis zu 6 Monaten. Dann verstirbt das Tier.
 
Diagnose
Die Diagnose darf nur ein Amtstierarzt stellen. Dabei wird die Diagnose anhand von Biopsien der Lymphknoten der Schafe und Ziegen gestellt. Nach dem Tod des Tieres kann auch eine Diagnose durch eine pathohistologische Untersuchung gestellt werden.
 
Behandlung
Scorpie ist nicht behandelbar. Daher beschränkt man sich auf eine Bekämpfung der Krankheit durch die Tötung erkrankter Schafe und Ziegen. Diese müssen zudem so beseitigt werden, dass keine Übertragung auf andere Tiere möglich ist.
Bei der Zucht versucht man resistente Schafe herauszuzüchten.

Kosmos Handbuch Pferd Fohlen richtig absetzen

Folgendes „10-Punkte-Programm“ sollte berücksichtigt werden.

1. Vorgang des Absetzens schonend vorbereiten und durchführen.
2. Regelmäßige, ausgiebige Auslaufmöglichkeit sicherstellen.
3. Sozialkontakte mindestens zu Gleichaltrigen, sonst auch zu älteren Pferden täglich mehrstündig bieten.
4. Hufpflege von Beginn an sorgfältig ausführen (lassen), dabei Hufegeben trainieren und vor allem Unregelmäßigkeiten (wie Bockhufe) richtig beheben.
5. Schadstofffreies Stallklima gewährleisten, u.a. durch gepflegte Einstreu und stets ergiebigen Luftaustausch im Stall.
6. Bedarfsgerechte Rationsgestaltung mit quantitativ und qualitativ hochwertigem Futter sicherstellen. Fehler, die bei der Fütterung im ersten Winter gemacht werden, sind später nicht mehr aufzuholen. In der Regel sollten handelsübliches Fohlenstartfutter plus Wiesenheu oder sehr gute Anwelksilage „ad libitum“ (zur freien Verfügung“ gefüttert werden.
7. Bei Offenstallhaltung im Winter – besonders bei Frost und starkem Wind – sind „Kältezulagen“ über erhöhte Kraftfuttergaben zusätzlich zu berücksichtigen. Stets ist zu kontrollieren, ob jedes Jungpferd genügend Futter aufnimmt, wobei ausreichend Futterplätze vorhanden sein müssen, damit Individualabstände eingehalten werden können.
8. Ausgleich von Imbalancen (=Ungleichgewichten) bei Mengen- und Spurenelementen im Hinblick auf Weidequalität beachten.
9. Penible Futtermittelhygiene berücksichtigen: Sauberes Stroh, einwandfreies Raufutter in Form von Heu und evtl. zusätzlich bester Anwelksilage mit hoher Trockensubstanz ausreichend anbieten. Grundsätzlich, besonders aber in großen Gruppen, hat sich die tägliche Gabe schonend getrockneter Bierhefe (150 bis 200 g täglich) bewährt.
10. Sorgfältige, möglichst tägliche Gesundheitskontrollen (u.a. Haut, Verletzungen, Pilzinfektionen, Atemwege, Schleimausfluss; Beine/Hufe: Schwellungen, Nageltritte).

Dieser Beitrag stammt aus

Kosmos Handbuch Pferde

Ingolf Bender

400 Seiten, 350 Farbfotos und 30 Farbgrafiken
KOSMOS Verlag


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