Tierkrankheiten Fische

alle Tierkrankheiten
Samtkrankheit

Die Samtkrankheit (Oodinium) wird bei Fischen von einem einzelligen Algenstamm, dem Erreger mit dem Namen Piscinoodinium, ausgelöst. Die winzigen Erreger erreichen selbst nur eine Größe von 0,1 bis 0,3 mm. Auf der Haut der befallenen Fische entsteht mit der Zeit ein samtiger Belag, der viel feiner ist als bei der Weißpünkchenkrankheit. Die Behandlung der stark ansteckenden Krankheit erfolgt über Medikamente.
 
Symptome
Wie beschrieben entsteht auf der Haut ein samtiger Belag. Dieser ist – insbesondere in der Anfangsphase – nur schwer zu erkennen. Am besten gelingt dies, wenn man die Fische bei Dunkelheit mit einer Taschenlampe anstrahlt. Der Belag bildet sich als weiße und gelbe Pünktchen ausgehend von den Flossenspitzen über den ganzen Fisch aus.
Befallene Fische sondern verstärkt Schleim ab. Die Schleimhaut kann sich bei fortgeschrittener Krankheit auch ganz lösen.
Augenfällig ist, dass sich die Fische an Pflanzen und anderen Einrichtungsgegenständen des Aquariums scheuern, da sie unter einem Juckreiz leiden.
Hinzu kommen unspezifische Krankheitszeichen wie verstärktes nach Luft schnappen, wenig Appetit und Abmagern, Abklemmen der Flossen und der Versuch zu verstecken.
 
Verlauf
Die Erreger krallen sich mit Plasmafäden in der Haut des Fisches fest. Sie können durch den Mund und den Darm auch in den Körper gelangen und dort Organe befallen. Dabei wird die Haut des Fisches stark geschädigt. In den entstehenden Wunden können sich wiederum Bakterien festsetzen, so dass sich ganze Hautfetzen ablösen können. Da der Erreger eine Alge ist und somit Chloroplasten besitzt, färben sich entsprechende Hautpartien grünlich bis bräunlich. Desweiteren nimmt der Erreger auch Nähstoffe aus der Fischhaut auf.
Die Erkrankung kann sich über mehrere Wochen hinziehen bis die gesamte Haut des Fisches befallen ist. Diese löst sich nach und nach ab und der Fisch stirbt langsam. Vor allem jüngere Tiere sterben bereits vorher in Folge von bakteriellen Infektionen in den Wunden. Besonders schwerwiegend ist ein Befall der Kiemen, da es dafür keine äußeren Anzeichen gibt.

Die Krankheit ist stark ansteckend.
 
Behandlung
Die Behandlung mit Medikamenten ist sehr wirksam. Allerdings enthalten die Medikamente zumeist auch einen Kupferanteil, so dass sich die Medikamente schädlich auf die anderen Aquarienbewohner wie Schnecken, Garnelen oder Welse auswirken. Daher sollte man bei der Gabe von Medikamenten immer auf den Kupfergehlt im Wasser geachtet werden. Die Konzentration sollte nicht über einen Wert von 0,3mg/l steigen. Diese Behandlung dauert im Normalfall zwischen 3 und 5 tagen.
Daher kann man zunächst auch eine Behandlung mit Salzbädern versuchen. Hier sollten die befallenen Fische in einem separaten Becken einem Salzbad (2 bis 5 mg pro Liter) bei einer Temperatur von 30C ausgesetzt werden. Natürlich ist darauf zu achten, dass die befallene Fischart solch hohe Temperaturen verträgt. Das Becken sollte abgedeckt werden. So verhindert man die Photosynthese der Algen, welche ohne diese keine Energie mehr entwickeln können und schneller absterben.