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Rotmaulseuche

Die Rotmaulseuche (engl. Enteric Redmouth Disease oder ERM, Salmonid Blood Spot) ist eine durch ein Bakterium verursachte generalisierte, akut oder chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Anfällig sind vor allem Forellen.
Viele Fische tragen den Erreger frei von Symptomen, als sogenannte  Träger in sich, bis dieser unter Stress, ausgelöst durch schlechte Haltungs- oder Wasserbedingungen zu hohen Verlusten führt.
 
Ursachen
Ein seuchenhafter ERM-Ausbruch beginnt meist allmählich, die Inkubationszeit beträgt ca. eine Woche, ist jedoch abhängig von den Haltungsbedingungen. Die Mortalität ist anfangs gering, steigert sich jedoch im Verlauf, und es kann zu großen Verlusten kommen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
 
Dabei ist die Größe der Fische entscheidend. Kleinere Fische sind empfänglicher als Größere.
 
Wird das Wasser mit Kupfer behandelt, ist die Anfälligkeit der Fische ebenfalls höher.
 
Infektion
Das Bakterium  befällt den Fisch über die die Kiemen und die Haut durch direkten Kontakt von Fisch zu Fisch , aber auch über kontaminiertes Wasser, Geräte und Transportbehälter. Vögel können das Bakterium ebenfalls übertragen.
Fische die diese Krankheit überleben können zu Trägerfischen werden und bilden so ein permanentes Erregerreservoir. Über den Kot der Fische wird das Bakterium ausgeschieden und dient so als erneute Infektionsquelle für nicht infizierte Fische.
 
Symptome
Anorexie, Dunkelfärbung der Haut und Lethargie sind fast immer krankheitsbegleitend. Bei Jungfischen können Todesfälle auch ohne erkennbare äußere Zeichen auftreten.
 
Die Rötung des Mauls und des Rachens wird durch Einblutungen unter der Haut verursacht. Dieses Symptom tritt meistens auf, aber nicht immer.
 
Bei untypischem Verlauf der Infektion wird nur die Haut zunehmend dunkel und die Fische schwimmen nahe der Wasseroberfläche.
Wenn die Krankheit unbehandelt fortschreitet, können Kiefer und Gaumen erodieren. Blutungen treten auf der Körperoberfläche, den Kiemenspitzen, den Flossenbasen auf. Später auch in der Augenhöhle und der Iris.
Die Tiere leiden an mangelnder Bewegungsintensität und Gleichgewichtsstörungen. Die Blutgefäße im gesamten Bauchraum sind gestaut und es treten Blutungen an inneren Organen auf.
 
Diagnose
Das Bakterium lässt sich aus zahlreichen Geweben, insbesondere aus Milz, Niere und Herz, aber auch aus Leber, Kiemen, Augen, Herzblut und veränderten Bezirken der Maulhöhle isolieren und auf Nährböden anzüchten.
 
Es ist mittlerweile nicht nur möglich, den Erreger in verschiedenen Organen nachzuweisen, sondern auch im Blut infizierter Fische. Dies bietet die Möglichkeit, die Krankheit zu diagnostizieren, ohne den Fisch töten zu müssen.
 
Behandlung und Prophylaxe
Um einem Ausbruch von Rotmaulseuche vorzubeugen, sollten krankheitsbegünstigende Faktoren, wie hohe Besatzdichte und schlechte Wasserqualität, möglichst vermieden werden. Durch Spuren von Chemikalien oder durch im Wasser gelöstes organisches Material in Verbindung mit hohen Wassertemperaturen und infolgedessen niedrigem Sauerstoffgehalt können Krankheitsausbrüche auch bei normaler Besatzdichte provoziert werden.
 
Eine gesicherte Diagnose ist nur von einem auf Fischkrankheiten spezialisierten Tierarzt, oder einer entsprechenden veterinärmedizinischen Einrichtungen zu bekommen. Die Behandlung erfolgt dann über Medikamente, die allesamt rezeptpflichtig sind.
 
Es gibt einen wirksamen Impfstoff. Doch die Krankheit kann auch bei geimpften Fischen auftreten, wenn die Fische unter schlechten Hygienebedingungen gehalten werden.
 
Meldepflicht
Die Rotmaulseuche der Forellen gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Fischseuchen und Fischkrankheiten. In Österreich ist eine Überwachungspflicht vorgeschrieben.