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Orf

Orf (Ecthyma contagiosum) ist eine Hautkrankheit und Allgemeininfektion die bei Schafen, Ziegen, Rentieren und Gämsen betroffen sein können. Die Krankheit ist auch unter Lippengrind, Maul- und Fußgrind, ansteckende Pustulardermatitis bekannt. Die Krankheit ist auf der ganzen Welt verbreitet.
 
Die Übertragung des Orf-Virus erfolgt über die Luft, oder Kontakt mit abgefallenen Borken und Krusten. Auch über Wolle und Fleisch eines befallenen Tieres kann die Krankheit übertragen werden. Die Verbreitung von Orf ist also sehr leicht, aber es sterben nur wenige der betroffenen Tiere.
 
Da die Krankheit zu den Zoonosen gehört, also auch auf den Menschen übertragbar ist, zählt sie in Deutschland zu den meldepflichtigen Tierseuchen. Beim Menschen tritt Orf allerdings lediglich als kleine Hautausschläge in Erscheinung.
 
 
Verlauf von Orf
Nachdem das Virus über Schleimhaut und kleine Hautverletzungen aufgenommen wurde, vermehrt es sich an diesem Ort. Danach wird es über Blut- und Lymphbahn weitergeleitet. In der Leber und den lymphatischen Organen verbleibt es und vermehrt sich weiter. Dann wird es wiederum ausgeschwemmt und die Viren setzen sich wie zu Anfang auf Stellen der Haut ab. Von hier aus kann dann die Krankheit wieder ein neuer Zyklus starten.
Ziel der Behandlung ist es daher, diesen Zyklus zu unterbrechen.
 
Symptome
Je nachdem wo sich Orf festsetzt zeigen sich dort die typischen Symptome. Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 8 Tagen kann man so typische Bläschen und Pusteln erkennen.
Diese können an den Lippen, auf der Nase, den Augenlidern und den Ohren auftreten. Hier spricht man dann von der labiale Form, welche umgangsprachlich auf Lippengrind, oder Maulgrind genannt wird.
Die podale Form, auch „Fußgrind“ genannt, setzt sich am Kronrand und zwischen den Klauen fest. Die Pusteln an dieser Stelle sind für die Tiere oft sehr schmerzhaft und stören den Gang.
Schließlich gibt es noch die genitale Form. Befallen sind hier der Euter, die Scham und Vorhaut sowie die Innenseite der Oberschenkel.
 
Wenn der Orf-Virus sich in Inneren Organen vermehrt hat, kann er auch eine bösartige Form annehmen. Die so erkrankten Tiere leiden unter Fieber und sind insgesamt schlapp. Die Lymphknoten sind stark geschwollen und das Tier leidet unter Ödeme. Es kann auch eine Lungenentzündung entstehen.
Die Gesundung dauert sehr lange – meist viele Wochen. Erschwerend kommt hinzu, dass es Wucherungen im Maul, Rachen und Speiseröhre kommen kann. Die Tiere haben dann Schmerzen beim fressen und essen weniger, oder gar nicht. Vor allem bei Lämmern kann dies tödlich enden.
 
Der Tierarzt hat verschiedene Möglichkeiten Orf zu diagnostizieren. In den Krusten lassen sich unter dem Elektronenmikroskop die Vieren nachweisen. Man kann aber auch den Virus über einen Antikörpernachweis führen, dies dauert allerdings etwas länger.
 
 
Behandlung und Prophlaxe
Gegen Orf gibt es eine Schutzimpfung mit einem Lebendimpfstoff. Es genügt nicht nur Muttertiere zu impfen, da der Impfstoff nicht ausreichend weitergegeben wird.
Einmal erkrankte Tiere sind gegen eine Neuerkrankung immun. Doch kann diese Immunität mit der Zeit wieder abnehmen hält aber insgesamt lange an.
Erkrankte Tiere sollten von der Herde getrennt werden. Ansonsten erfolgt die Behandlung nach den Symptomen. Insgesamt ist auf Hygiene im Stall zu achten.