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Niereninsuffizienz

Die Niereninsuffizienz bei Katzen verläuft in mehreren Stadien. Je nach Stadium der Krankheit kann die Katze behandelt werden.

Die Niere der Katze besteht aus circa 200.000 kleinen Nephronen, welche als Funktionseinheiten der Niere den Harn aufbereiten. Sie regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt im Körper. Bei einer Niereninsuffizienz fangen diese Nephronen an abzusterben. Sie können dann ihre Aufgaben erfüllen und Abfallprodukte und Elektrolyte nicht mehr effektiv verarbeiten. Daraus resultiert eine chronische Niereninsuffizienz. Die Katze kann hier die Abfallprodukte nicht mehr abführen, wodurch sie sich in ihrem Körper ansammeln. Durch diese Abfallprodukte wird die Katze vergiftet.
 
Ursachen
Neben altersbedingten Einschränkungen der Nierenfunktion tritt die Krankheit bei bestimmten Rassen häufiger und bereits in der Jugend der Katzen auf. Hinzu kommen als Risikofaktoren bei Katzen falsche Ernährung oder eine Vorerkrankung in Betracht. Krankheiten, welche die Nieren schädigen können vor allem Virusinfekte, wie die Leukose oder FIP sein.
 
Symptome
Es gibt einige Symptome und Verhaltensauffälligkeiten, die die Wahrscheinlichkeit einer Niereninsuffizienz anzeigen. Wenn diese sichtbar werden, sollte die Katze so schnell als dem Tierarzt vorgestellt werden. Sie sollten dann einem Test unterzogen werden.
 
Auffallend ist vor allem ein erhöhter Durst der Katze. Diese versucht dadurch einen Flüssigkeitsausgleich darzustellen, da sie vermehrt urinieren muss. Hinzu kommen unspezifische Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Mundgeruch, das Tier magert ab und hat struppiges Fell. Das Tier hat zudem einen erhöhten Bedarf zu schlafen und wirkt depressiv. Bei fortgeschrittener Krankheit löst sich die Netzhaut im Auge ab. Die Katze leidet an Krämpfen hat  Untertemperatur und fällt schließlich ins Koma.
 
Erschwerend für ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit ist, dass die Katze zu Anfang keine sichtbaren Symptome zeigt. Sie benötigt für das Funktionieren der Nierenaktivität nur circa 30% der Nephronen. Das bedeutet, dass bis zu diesem Wert ein Absterben der Nephronen ohne Symptomatik verlaufen kann.
 
Diagnose
Da viele Symptome der Niereninsuffizienz unspezifisch sind und auch bei anderen Krankheiten auftreten, sollte man bei ersten Anzeichen den Tierarzt hinzuziehen und eine Abklärung durch ihn suchen.
Der einzige Weg eine sichere Diagnose zu erstellen sind klinische Tests. Über eine Urinanalyse kann der Tierarzt bei Katzen nachweisen, dass der Urin der Katze in seiner Konzentration verdünnt ist, was beweist, dass die Nieren die Abfallstoffe nicht ausleiten. Zusätzlich können Bluttest belegen, dass die Konzentration von Kreatinin und Harnstoff sowie weiterer Bestandteile des Blutes erhöht sind. Ein erhöhter Kreatininspiegel ist der spezifischste Indikator für den Verlust der Nierenfunktion.
 
Zur Früherkennung ist ein Urintest in der Entwicklung. Dieser soll anhand eines Nachweises eines Stoffes mit dem Namen Albumin eine Schädigung der Niere aufzeigen, bevor der Harnstoffspiegel im Blut ansteigt.
 
Behandlung
Es gibt keine Heilung für die Chronische Niereninsuffizienz, aber die Erkrankung kann je nach Stadium der Krankheit eine Zeit lang “unter Kontrolle” gebracht werden. Der Grundstein hierfür liegt in der Steuerung des Abfallprodukt-Aufkommens. Da die verbleibenden Nephrone in ihrer Fähigkeit Abfallprodukte zu verarbeiten begrenzt werden, gilt es die Menge der Abfallprodukte auf ein Niveau zu verringern, welches die Nephrone bewältigen können. Die hierfür notwendige Therapie ist eine Kombination aus Diätfuttermittel, Medikation und Hydratation.
 
Die Chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar. Bei richtiger Medikation und Diätkost kann aber das Leben der Katze weiterhin lebenswert geführt werden. Nach der Erkennung der Krankheit können Katzen also durchaus noch mehrere Monate bis hin zu Jahren weiterleben.
Der Tierarzt und der Katzenhalter sollten sich  zusammen überlegen, bis zu welchem Zeitpunkt das Leben der Katze weitergeführt werden soll. Leider macht es oft keinen Sinn, im letzten Stadium bei allzu weit abgesunkener Lebensqualität der Katze das Ende hinauszögern zu wollen.

Video zu Niereninsuffizienz