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Moderhinke

Die Moderhinke ist auch bekannt als Schafpanaritium. Diese Klauenkrankheit ist bei Schafen weit verbreitet, aber auch Ziegen können betroffen sein. Erreger sind die Bakterien Dichelobacter nodosus und Fusobacterium necrophorum, die auf Weiden und im Boden bis zu 2 Wochen, unter sehr günstigen Bedingungen sogar bis zu 6 Monaten, überleben können.
Die Moderhinke tritt neben Schafen und Ziegen auch bei Gämsen auf, wie etwa bei der kleinen Population im Schwarzwald.
 
Diagnose
Die erkrankten Tiere lahmen. Mit der Zeit schmerzen die Klauen der Tiere. So versuchen sie beim Grasen die Klauen zu entlasten und stützen sich auf die abgewinkelten Karpalgelenke.
Die typischen Entzündungen treten zunächst im Zwischenklauenspalt auf und greifen von dort auf die angrenzende Hornwand über. Bei fortschreitender Krankheit löst sich das Horn vom Rand beginnend von der Klaue ab. Dies kann man auch an einer stinkenden, eiternden Masse in dem entstehenden Spalt erkennen
 
Behandlung bzw. Sanierung
Die betroffenen Klauen der Schafe und Ziegen werden sorgfältig beschnitten. Zur Sanierung sollten die Schafe bzw. Ziegen möglichst auf einer betonierten Fläche gebracht werden. Auf normalen Boden würden die Erreger eindringen – im Stall würde sich die Krankheit so schnell weiterverbreiten.
Bei stark befallenen Klauen müssen die erkrankten Stellen möglichst behutsam mit einem scharfen Messer oder Skalpell entfernt werden. Die betroffenen Stellen werden gebadet. Hierzu bietet sich eine zehnprozentige Formalin- oder Kupferlösung an. Zudem werden lokal Antibiotika eingesetzt.
 
Sollte die Krankheit zu weit fortgeschritten , ist eine Sanierung nicht mehr sinnvoll. In dem Fall  müssen die Tiere getötet werden.
 
Vorbeugung
Es gibt Impfstoffe zur Vorbeugung der Moderhinke bei Schafen und Ziegen. Einer regelmäßigen Pflege der Klauen kommt ein besonderer Stellenwert zu. Neu hinzugekaufte Tiere sollten vorsorglich mit einem oben beschriebenen Fußbad behandelt werden.
 

Praxishandbuch Pferdegesundheit Mistaufbereitung

Pferdemist ist ein sehr nützlicher organischer Dünger. Er darf aber auf Pferdeweiden zur Vermeidung der Parasitenvermehrung mit ständiger Reinfektion der Pferde – und im Hinblick auf Ekelstoffe (sie beeinträchtigen die Futteraufnahme) – erst nach aerober Verrottung/Kompostierung (=Humusbildung mit Vernichtung von Parasiten) ausgebracht werden. Die Zeitdauer der Kompostierung ist unterschiedlich. Nach eine, Jahr kann locker aufgeschichteter (im Sommer etwas feuchter gehaltener) Strohmist bereits gut verrottet sein, während Spänemist mehrere Jahre benötigt (er liefert eher saueren, torfigen Kompost, dem man beim Ausbringen noch 10% Korallalgen-Kalk zusetzen sollte). Es empfiehlt sich, Kompostmieten schattig anzulegen, möglichst durch Anpflanzung vor Austrocknung zu schützen. Sehr gut und Preiswert sind schnellwüchsige Holunderbüsche, die man um die Kompostmiete herum anpflanzt (sie haben durch ihre Ausdünstungen eine gewisse Abwehrwirkung gegenüber Fliegen, was auch als Nachbarschutzbepflanzung vorteilhaft sein kann). Optisch kann es sinnvoll sein, eine Kompostmiete mit Kürbispflanzen einzugrünen.

Dieser Beitrag stammt aus

Praxishandbuch Pferdegesundheit

Ingolf Bender, Dr. Tina Maria Ritter

232 Seiten, 142 Abbildungen
KOSMOS Verlag


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