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Kokzidiose

Die Kokzidiose der Kaninchen ist eine häufige Erkrankung der Kaninchen. Sie wird durch Parasiten in Form von bestimmten Einzellern, den sogenannten Kokzidien verursacht. Von Kokzidien werden andere Tiere, wie die Katze, der Hund sogar das Rind befallen.

Die Kokzidiosen der Kaninchen lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Leberkokzidiose (auch Gallengangskokzidiose) und Darmkokzidiose. Kaninchenkokzidiosen treten als akute Krankheit vor allem bei Jungtieren im Alter von 6 bis 8 Wochen auf, die Alttiere sind zumeist nur Träger der Erreger, ohne selbst klinisch zu erkranken.
 
Erreger
Der Erreger der Leberkokzidiose ist die Kokzidiengattung mit dem Namen Eimeria stiedae. Befallen werden die Gallengänge der Kaninchen.
Darmkokzidiosen werden durch verschiedene Kokzidienarten, die häufig auch als Mischinfektion auftreten, hervorgerufen. Die Heftigkeit der Erkrankung ist von Art und Zusammensetzung der Kokzidie abhängig. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme über kotverschmutztes Futter.
 
Symptome
Leberkokzidiose
Die Leber- oder Gallengangskokzidiose verläuft zumeist ohne deutliche Symptome. Die Kaninchen zeigen keinen Appetit und damit einhergehende keine, oder ungenügende Gewichtszunahme.
Bei Kaninchen mit einem geschwächten Immunsystem kann der Verlauf der Krankheit auch schwerer sein. Die erkrankten Tiere können hier unter Verstopfung und Gasentwicklung leiden. Es kann auch zu Bauchfellwassersucht, oder gar zu Gelbsucht kommen. Bei solch einem Verlauf endet die Krankheit nach wenigen Tagen tödlich.
 
Darmkokzidiose
Vor allem bei Jungtieren kann die Darmkokzidiose schwerwiegende Folgen haben. Die Krankheit zeigt sich in wässrigem oder sogar blutigem Durchfall. Das Kaninchen kann diesen Flüssigkeitsverlust nicht aus eigener Kraft ausgleichen und die Erkrankung endet schnell mit dem Tod.
Bei älteren Tieren, oder wenn es sich um eine weniger gefährliche Kokzidienart handelt, ist die Krankheit weniger schlimm. Hier leidet das Kaninchen aber ebenso an allgemeiner Schwäche und zeigt keinen Appetit.
 
Diagnose
Bei einer Kotuntersuchung lassen sich die Kokzidien unter dem Mikroskop nachweisen.
 
Therapie
Der Flüssigkeitsverlust der erkrankten Kaninchen muss ausgeglichen werden. Bei der Gabe von Elektrolytlösungen kann man unterstützend zusätzlich Mittel zur Stabilisierung der Darmflora verabreichen.
Gegen die Infektion von Kokzidien gibt es verschiedene kokzidienwirksame Medikamente. Verlassen sie sich hier auf die Wahl ihres Tierarztes.
Da die Erkrankung nicht selten von bakteriellen Infektionen begleitet wird, ist oft die Behandlung mit einem Breitbandantibiotika angezeigt.
 
Prophylaxe
Um einer Erkrankung mit Kokzidien vorzubeugen sind Hygiene und Desinfektionsmaßnahmen im Kaninchenstall streng einzuhalten. Kokzidien kann der Kaninchenhalter bereits durch kochendes Wasser ausschalten. Dies gilt auch für Tiergruppen, welche Kokzidien befallen. Wie oben beschrieben sind auch Hunde, Katzen und Rinder davon betroffen.
 
Bei größeren Kaninchenbeständen, insbesondere bei kommerziellen Haltungen sollten Käfige und Futterraufe täglich gereinigt werden. Das Futter sollte vor Kotverunreinigungen geschützt werden.
Es gibt wirksame Desinfektionsmittel zum Schutz vor Kokzidien.