Tierkrankheiten Fische

alle Tierkrankheiten
Koi-Herpesvirus

Die Koi-Herpesvirusinfektion ist eine durch das Koi-Herpesvirus (KHV) verursachte Infektionskrankheit. Betroffen sind verschiedene Karpfenarten, auch die Kois. Es gilt als sicher, dass andere Fische nicht befallen werden. Die akut bis subakut verlaufende Krankheit ist seit 2005 in Deutschland anzeigenpflichtig. Koi-Herpes breitet sich seuchenartig aus.
 
Die Inkubationszeit von Koi-Herpes liegt zwischen einer Woche und mehreren Monaten, abhängig von vielfältigen Faktoren. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, versterben 80-100% der Fische.

Übertragung
Die Viren werden über direkten Kontakt übertragen. Dabei genügt bei Fischen neben dem direkten Hautkontakt auch der Kontakt mit Wasser, in welchem befallene Fische waren.
Über die Hände, Kescher oder Netze kann das Virus ebenfalls weitergetragen werden. Ohne einen Karpfen als Wirt überlebt das Virus maximal 14 Tage im Wasser. In den meisten Fällen wird das Virus durch Neuzugänge von Fischen in den Bestand verschleppt.

Symptome
Die Erkrankung mit dem Koi-Herpesvirus ist schwer anhand von Symptomen auszumachen. Vielmehr zeigt sich ein unspezifischer Krankheitsverlauf und viele Symptome treten versteckt auf, oder erst durch Sekundärinfektionen, die den Befall an dem KHV nicht sofort erkennbar macht.
Typische Symptome sind:
Absonderung vom Schwarm
vermehrte Schleimbildung
eingefallene Augen
Apathie
Kopfstehen
Fetzenartige Schleimablösung
Schnappatmung an der Oberfläche
Weiße oder rote Flecken an den Kiemen
Nekrosen und Blutungen in der Haut
Fressunlust oder Futterverweigerung
Farbverlust
rauhe Haut
Blutungen in und an Organen
Nekrosen in Organen
geschwollene Milz
veränderte Niere

Diagnose
Die eindeutige Diagnose kann der Tierarzt mit einem speziellen Koi-Herpesvirus-Nachweis erbringen. Da dieser bei lebenden Tieren auch ein falsches negatives Ergebnis bei befallenen Tieren zeigen kann, sollte bei einem verstorbenen Tier eine Organprobe zur Untersuchung gegeben werden.
 
Prophylaxe
Krankheitsverdächtige Fische sowie importierte Tiere müssen in Quarantäne. Neuzugänge sind für mindestens 2 Wochen separat zu halten. Am besten bei verschiedenen Temperaturbereichen.
Bei wertvollen Tieren empfiehlt sich die Sicherung mit einem Netz gegen Vogelflug. Die Quarantäne sollte hier über mindestens 4 Wochen eingehalten werden.
 
Peinliche Hygiene in Bezug auf Gerätschaften und Personen können einer Kontamination der Koipopulation ebenso entgegenwirken. Es wird dringend empfohlen, dass die Quarantäne bei Kois, die aus KHV bekannten Gebieten wie China, Israel, Japan oder Thailand stammen, streng einzuhalten.
Der Kauf sollte nur bei Händlern erfolgen, welche negative Untersuchungsergebnisse von einem veterinärmedizinisch anerkannten Institut vorweisen können.
Vermeiden sie die Vermischung von Tieren aus verschiedenen Herkunftsgebieten.
Auf den Kauf von immunisierten Kois sollte verzichtet werden. Diese Tiere können das KHV in sich tragen und gesunde Tiere infizieren.
 
Eine Impfung ist möglich, wird aber kontrovers diskutiert.

Behandlung
Eine wirksame Behandlung von Koi-Herpes ist derzeit nicht bekannt.
Möglich ist, dass infizierte Tiere ca. 4 Wochen in 30 Grad warmem Wasser gehalten werden und so immunisiert werden. Diese Tiere sind allerdings weiterhin Träger von KHV und können so die ansteckenden Viren in Umlauf bringen.
Ist die Krankheit ausgebrochen muss unter Umständen der gesamte Bestand gekeult und der Teich trockengelegt werden. Eine intensive Desinfizierung ist danach nötig.