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Kastration

Sowohl Rattenmännchen als auch Rattenweibchen werden kastriert. Eine Sterilisation ist zwar ebenso möglich, aber da bei einer Sterilisation das Sexualverhalten erhalten bleibt und die Gefahr bei einer Operation noch größer ist, als bei einer Kastration wird heute fast immer eine Kastration durchgeführt. Daher wird heute, wie bei Kater und Katze oder Rüde und Hündin, auch bei beiden Geschlechtern der Ratten eine Kastration durchgeführt.
 
Voraussetzung für Kastration
Grundsätzlich gilt, dass Ratten ein Mindestalter von 12 Wochen erreicht haben sollten, bevor man sie kastriert. Besser ist es aber, wenn die Kastration erst in einem Alter von 5-6 Monaten erfolgt, da dann die Ratten ausgewachsen sind. Eine frühere Kastration kann negative Folgen für die Entwicklung der Ratte haben.
 
Gründe für Kastration
Eine Kastration ist bei einer Ratte nicht so einfach. Daher sollte man nicht leichtfertig eine Kastration ansetzen, sondern nur, wenn wirklich gute Gründe vorliegen. Als Hauptgründe sind folgende möglich:
·Die Ratte verhält sich gegenüber Artgenossen sehr aggressiv
·Die Ratte verhält sich gegenüber dem Halter sehr aggressiv
·Die Ratte soll in einem Rudel leben, das aus Männchen und Weibchen besteht – also Vorbeugung vor Nachwuchs
Die ersten beiden Punkte betreffen hauptsächlich Rattenböcke. Bei Weibchen kann man sehr aggressives Verhalten nur sehr selten beobachten. Daher reicht es auch bei verschiedengeschlechtlichenRudeln, dass man die Böckchen kastriert. Bei Weibchen sollte eine Kastration nur erfolgen, wenn dafür medizinische Gründe vorliegen. Das wäre z.B. bei einem Gebärmuttertumor gegeben.
 
Positive Nebeneffekte einer Kastration
Eine Kastration kann neben diesen drei Hauptgründen auch zu weiteren positiven Nebeneffekten führen. Aber dies ist nicht immer der Fall. Daher sollten diese Nebeneffekte auch nicht als Begründung für eine Kastration genommen werden.
·Manche Ratten werden nach einer Kastration dem Menschen zugetaner, also verschmuster
·Kastrierte Tiere markieren meistens weniger
·Kastrierte Ratten entwickeln weniger intensiven Geruch
·Kastraten werden ausgeglichener und weniger aggressiv
 
Negativ bei einer Kastration
Das hört sich zunächst alles sehr positiv an, doch eine Kastration hat durchaus einige schwerwiegende Risiken und Gründe die dagegen sprechen können.
·Zunächst stehen dem Halter hohe Kosten durch die Operation ins Haus
·Die OP ist auch sehr schwierig. Schon die Narkotisierung ist nicht unkompliziert und kann schief gehen. Wie jede OP kann die Kastration bei Misslingen zum Tod des Tieres führen
·Kastrierte Tiere neigen dazu fett und faul zu werden
·Es kann zu Komplikationen nach der OP kommen. Typisch sind dabei Abszesse, Ansammlungen von Wundwasser etc.
 
Fazit
Für und wider einer Kastration sprechen verschiedene Faktoren. Ist man zu der Einsicht gekommen, dass eine Kastration richtig ist, ist zu beachten, dass der Tierarzt gewisse Erfahrung mit der Kastration von Ratten besitzt.
Wichtig ist zudem, dass der Tierarzt eine Inhalationsnarkose durchführt. Diese ist zwar oft teurer als andere Narkosearten, aber die Inhalationsnarkose birgt weniger Risiken für die Ratte.
Nach einer Operation sollte die Wunde überprüft werden. Ein rattenerfahrener Halter kann diese Aufgabe meist selbst, bei Anfängern schadet es nicht, wenn man den Tierarzt hierzu nochmals aufsucht.

Video zu Kastration