Tierkrankheiten Pferde

alle Tierkrankheiten
Hornspalt

Risse im Huf eines Pferdes werden auch Hornspalt genannt. Zu Anfang ihrer Entstehung werden diese als Windrisse bezeichnet. Erst wenn sie so tief sind, dass sie durch die ganze Hufwand bis zur Huflederhaut gehen sind es Hornspalte. Hornspalten beim Pferd bedürfen der fachgerechten Behandlung.
 
Ursachen
Ein Windriss entsteht, wenn durch eine schlechte Hufform das elastische Material der Hornkapsel der Beanspruchung nicht mehr standhalten kann und einreißt. Dieser Einriss wird durch weitere Beanspruchung größer, da Hornröhrchen der Hufwand nicht mehr zusammengehalten werden.
 
Symptome
Anhand des Auftretens kann man drei Arten von Hornspalten beim Pferd unterscheiden
 
Tragrandspalten
Am Tragrand reißen diese zuerst ein und  wandern dann manchmal langsam die Hufwand hinauf.  Der Spalt kann sich vergrößern, indem bis zum Kronrand reißt. Dann entsteht daraus eine durchlaufende Hornspalte.
Häufigste Form der Hornspalten des Pferdes.
 
Durchlaufende Hornspalten
Bei der durchlaufenden Hornspalte ist, wie der Name schon andeutet,  die Hufwand vom Boden bis zum Kronsaum durchtrennt.
 
Kronrandspalten
Bei der Kranrandspalte tritt der Riss zuerst am Kronrand auf. Solche Hornspalten sind oft blutend. Dies kann aufgrund einer einhergehenden Verletzung im Bereich der Kronlederhaut der Fall sein.
 
Behandlung
Die Behandlung läuft heute meist über einen Beschlag und eine spezielle Zurichtung des Hufes. Damit wird versucht, dass sich der Hornspalt nicht vergrößert, da sich der betroffene Bereich nicht mehr bewegen lässt.
 
Je nach Größe und Ausprägung des Spaltes werden zusätzliche Maßnahmen beim Pferd vorgenommen, die die Bewegung stoppen. Hier kommt zum Beispiel das Aufschrauben von stabilisierenden Stahlbändern infrage.
Manchmal gelingt es, den Hornspalt zu schließen, bzw. dafür zu sorgen, dass die Hufwand wieder zusammenhängend nachwächst. Um dies zu erreichen muss aber der Huf insgesamt wenig belastet werden.
Gelingt es, die betroffenen Stellen vor ungünstigen Belastungen zu schützen, dann wachsen die Spalten auch ohne jeden Beschlag heraus.
 
Prophylaxe
Nur durch eine sorgfältige und fachgerechte Hufbearbeitung kann man Hornspalte vorbeugen. Dabei müssen die Hufe nicht nur richtig beschlagen werden, sondern auch die Hufe in gewissen Abständen sorgfältig gereinigt. Beim Pferd kann man also über die richtigen Vorbeugemaßnahmen und Behandlung den schmerzhaften Hornspalten entgegenwirken.

Kosmos Handbuch Pferd Trachtenproblematik

Heftig diskutiert wird in Zusammenhang mit der Hufbearbeitung u.a. das Erhöhen oder Kürzen der Trachten. Pferdehaltern sind die Zusammenhänge oft unklar, sie müssen sich deshalb entweder auf die Ratschläge des örtlichen Hufbearbeiters verlassen oder – in Kenntnis der unterschiedlichen Argumente – über das Vorgehen selbst entscheiden. Das Für und Wider muss auch immer auf den Einzelfall und die Schwere der Symptome bezogen und als Güterabwägung“ beurteilt werden. Bei einer vorbeugenden Therapie in der Entstehungsphase (gegründet auf pyrometrische Messungen) ist die Trachtenerhöhung nachweislich wirksam.
Grundsätzlich als sinnvoll (und erfolgreich) erscheint zunächst auch bei akuten Beschwerden die konsequente Trachtenerhöhung (evtl. in Verbindung mit einem Rehehufbeschlag), um die Gewichtsbelastung (mit Schmerzlinderung) auf die von Hufrehe weniger betroffenen hinteren Hufteile, die Trachten, zu verlagern und dem Zug der tiefen Beugesehne entgegenzuwirken. Dadurch lässt sich u.U. eine Hufrotation vermeiden. Doch zeigt andererseits nach einer Erhöhung der Trachten die Hufbeinspitze stärker nach unten, womit eine höhere Belastung des Aufhängeapparats (Hufbeinträger) verbunden ist, was die Ablösung (Zerreißung) der ineinander greifenden Blättchen verstärken kann – aber nicht muss.

Dieser Beitrag stammt aus

Kosmos Handbuch Pferd

Ingolf Bender

400 Seiten, 350 Farbfotos und 30 Farbgrafiken
KOSMOS Verlag


weitere Informationen