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FORL

Mehr als jede Vierte Hauskatze leidet unter FORL (Feline odontoklastische resorptive Läsionen). Bei Katzen, die älter als 5 Jahre alt sind, sind es gar über 50%. Es handelt sich um eine schmerzhafte Erkrankung der Zähne, bei welcher die Zähne durch körpereigene Zellen entkalkt werden. Früher nannte man diese häufige Katzenkrankheit auch Katzenkaries.
FORL beginnt zumeist am Übergang von Zahnschmelz zu Zahnzement. Dieser Teil wird angegriffen und abgebaut, was zu einer Aushöhlung der Zähne führt. Durch diese Zerstörung wird die Schutzwirkung gegen Stöße aufgehoben und der Zahn schmerzt.
 
Ursache
Der Begriff Katzenkaries ist allerdings irreführend, da FORL keine bakterielle Ursachen hat. Vielmehr handelt es sich wohl um eine Störung des Calcium-Gleichgewichts bei Katzen. Zumindest tritt die Krankheit häufiger auf, wenn die Katze zu wenig Calcium aufnimmt. Auch ein niedriges Verhältnis von Calium zu Phosphor kann ursächlich sein.
Zudem kommen hormonelle Störungen als Ursache in Frage. Diese können zum Beispiel bei der Hormonumstellung nach einer Kastration auftreten.
 
Symptome
Da bei FORL das Zahnmark betroffen ist, ist die Krankheit für Katzen sehr schmerzhaft. Bei der Futteraufnahme sind die Schmerzen besonders stark, so dass häufig weniger gefressen wird.
Weitere typische Anzeichen sind das Schiefhalten und das Schütteln des Kopfes. Die Katze knirscht mit den Zähnen und die Zunge bewegt sich mehr als normal. Es kommt zur vermehrten Bildung von Speichel.
 
Je nach Typ der Erkrankung kann man Veränderungen der Zähne erkennen. Hier können Teile der Zähne abbrechen. Auch das Zahnfleisch ist gereizt und oft gerötet.
Es gibt aber auch den Typ der Erkrankung, bei welcher die Zähne zunächst klinisch in Ordnung scheinen und erst im weiteren Verlauf Aushöhlungen der Zähne und Ausbrüche der Zahnkrone sichtbar werden. Hier kann die Krankheit erst über eine Röntgenuntersuchung sichtbar gemacht werden. Die Zahnfleischfurche lässt sich nicht sondieren.
 
Behandlung
Es sollte überprüft werden, das Futter abwechslungsreich ausgewogen ist. Wenn Fehler bei der bisherigen Fütterung unternommen werden ist eine Umstellung und unter Umständen die Zugabe von Calcium angeraten. So kann ein Fortschreiten der Krankheit verhindert, oder zumindest verlangsamt werden.
 
Über den Umgang mit betroffenen Zähnen besteht Uneinigkeit. Die Therapie ist auf jeden Fall nicht wirklich befriedigend.
Die einen raten zu einer oberflächlichen Behandlung. Hier wird Fluorlack auf die betroffenen Zähne aufgetragen. Diese Behandlung muss alle 6 bis 12 Monate wiederholt werden. Wenn es größere Defekte gibt, wird geraten diese mit Ersatzstoffen auszufüllen.
 
Andere raten zu einer radikaleren Methode. Einzig über das Ziehen der Zähne sind die Schmerzen endgültig auszulöschen. Die Extraktion wird mit Schmerzmitteln und Antibiotika unterstützt. Je nach Art der FORL-Erkrankung wird der ganze Zahn, oder aber lediglich der betroffene Teil des Zahns entfernt.