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Dämpfigkeit

Dämpfigkeit (Dampf) oder COPD (chronical,obstruktive, pulmonal disease) ist eine Bezeichnung für Lungenemphyseme bei Pferden. Sie entsteht aus einer chronischen Erkrankung der Lunge oder des Herzens. Bis 1. Januar 2002 war Dämpfigkeit ein Gewährsmangel diese gibt es seit Inkrafttreten des neuen Verkaufsrechts nicht mehr.
Als klassisches Symptom gilt die die sogenannte Dampfrinne ab, eine Einkerbung des Leibes zwischen Bauchmuskel und Rippenbogen.


Ursache
Wenn Husten oder eine andere Erkrankung des Bronchialsystems nicht rechtzeitig behandelt, kann der Husten bzw. die Atemwegserkrankung über Wochen anhalten. Der anfangs feuchte Husten geht mit der Zeit in einen trockenen Husten über. Dieser kann relativ schnell chronisch werden. Die Dämpfigkeit kann Folge eines solchen Krankheitsverlaufes werden.
Eine weitere Ursache der Dämpfigkeit ist das falsche Eindecken des Pferdes im Winter. Pferde, die nur über Nacht eingedeckt werden und tagsüber keine Winterdecke bekommen fehlt der Temperaturunterschied von Tag und Nacht. Pferden denen der Tag-Nacht-Modus fehlt können zu Dämpfigkeit neigen.


 
Symptome
Dämpfige Pferde atmen bereits bei geringer Anstrengung schwer und unregelmäßig, häufig kommt auch Husten dazu. Es zeichnet sich meist auch die sogenannte Dampfrinne ab. Das ist eine Einkerbung des Leibes zwischen Bauchmuskel und Rippenbogen.
Die Verminderung der Leistungsfähigkeit kommt meist über einen gewissen Zeitraum, da die Pferde anfangs, durch die Unterstützung des Ausatmens mit Hilfe der Bauchmuskulatur und einer Erhöhung der Atemfrequenz, diesem Symptom entgegenwirken.


 
Behandlung
Eine vollständige Heilung ist derzeit noch nicht möglich. Die Behandlung von Dämpfigkeit zielt auf die Eindämmung der Symptome durch Langzeitpräparate.
Betroffene Pferde sollten nur gering belastet werden. Angemessene Arbeit und das Vermeiden von Faktoren, die die Atemwege und die Lunge reizen könnten, sind angebracht.

Wenn das Pferd beim Reiten schnell in Atemnot kommt sollte man es vom daher rechtzeitig vom Pferdearzt auf Dämpfigkeit untersuchen lassen.

Praxishandbuch Pferdegesundheit Wichtig! Eindecken – ja oder nein?

Immer wieder wird unter Pferdeleuten diskutiert: >>Weide- und Paddockdecke, ja oder nein?<< Normalerweise kommen Pferde mit trocken-kaltem Klima (auch weiter unter der Null-Grad-Grenze) erheblich besser zurecht als mit nasskaltem „Waschküchenwetter“ und stark auskühlendem Wind (=April- und Spätherbstwetter). Auch Pferde, die regelmäßig, auf der Weide grasen und Außen-Klimareize gewohnt sind, können –wenn sie über einen längeren Zeitraum nasskaltem Regenwetter ausgesetzt werden, mit Zittern reagieren. Das Kälte-Muskel-Zittern ist zunächst kein Krankheitssymptom, sondern eine physiologische Körperreaktion zur Aufwärmung, sollte aber grundsätzlich verhindert werden. Deshalb empfiehlt es sich, Pferden der empfindlichen Rassen des Südtyps (u.a. Araber, Warmblüter, Vollblüter) und alten Pferden ab etwa 18 bis 20 Jahren sowie kranken bzw. geschwächten Pferden – wenn sie bei nasskaltem Regenwetter länger als eine halbe Stunde rauskommen, was an sich der positiv wirkenden Abhärtung dient, atmungsaktiven Regendecken aufzuziehen. Diese sollten jedoch nach Möglichkeit niemals ganztägig auf dem Pferd verbleiben, da sonst Kälterezeptoren und Hautstoffwechsel erlahmen sowie die wichtige Vitamin D-Produktion eingeschränkt wird.

Dieser Beitrag stammt aus

Praxishandbuch Pferdegesundheit

Ingolf Bender, Dr. Tina Maria Ritter

232 Seiten, 142 Abbildungen
KOSMOS Verlag


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