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Chinaseuche

Die Chinaseuche (RHD - Rabbit Haemorrhagic Disease) ist eine gefährliche Erkrankung, die jeder Kaninchenhalter kennen sollte. Es handelt sich bei RHD um eine Viruserkrankung, die immer wieder eine hohe Ausbreitungs- und Sterberate verzeichnet. Die Krankheit wurde 1984 in China erstmals beobachtet, daher der deutsche Name Chinaseuche.
Das RHD Virus (Calcivirus) befällt Haus- und Wildkaninchen, auch auf Hasen ist er übertragbar. Andere Tiere und Menschen sind gegen RHD immun. Die meisten Erkrankungen gibt es im Sommer, im Winter treten meist nur vereinzelt Fälle auf. Die Krankheit breitet sich seuchenartig aus und in 80 - 100 % der Fälle versterben die befallenen Kaninchen.
 
Übertragung
Die Inkubationszeit beträgt 1 bis 3 Tage. Die Übertragungswege des Virus sind vielfältig.
Durch blutsaugende Insekten wie Stechmücke und vor allem den Kaninchenfloh wird es häufig übertragen. Aber auch Milben, Zecken, Fliegen und Läuse übertragen das Virus. Eine Übertragung durch Futter ist ebenso möglich, vor allem gesammeltes Grünfutter steht in Verdacht RHD zu übertragen.
 
Schließlich kann die Krankheit auch von Kaninchen zu Kaninchen oder von Mensch zu Kaninchen über Tröpfchen übertragen werden. Hygienemaßnahmen können das Virus nicht schrecken. Schutz bietet nur eine regelmäßige Impfung.
 
Symptome
Die Symptome sind wenig charakteristisch; eine beschleunigte oder erschwerte Atmung, Fressunlust, Teilnahmslosigkeit oder auch andere allgemeine Störungen des Wohlbefindens. Es können aber auch gar keine Anzeichen vorkommen. Manchmal liegt das Tier einfach auch morgens tot im Stall.
 
Es gibt 3 mögliche Verlaufsformen der Infektion.
Akute Verlaufsform: 2 - 4 Tage nach der Ansteckung kommt es zu Unruhe, Benommenheit, Atemnot oder Flankenatmung. Fieber, Fressunlust und blutiger Durchfall können ebenfalls auftreten. Die Tiere ersticken meist qualvoll.
Perakute Verlaufsform: Keine Krankheitsanzeichen, das Kaninchen bricht plötzlich zusammen und erstickt. Das Tier leidet unter Atemnotkrämpfen, meist mit weit zurückgebogenen Kopf und Bluttaustritt aus den Nasenlöchern. Es wird auch von Schreien und anderen Lauten berichtet.
Sanfte Verlaufsform: Tier leidet unter Unwohlsein. Unter Umständen tritt Durchfall auf. Auch kommt es zu Tränenfluss, schleimigem bis blutigem Nasenausfluss, Blaufärbung der Schleimhäute sowie Krämpfen Nach einigen Tagen mit diesen Symptomen erholt sich das Tier wieder.


Bei der Chinaseuche können nur die Symptome behandelt werden, die eigentliche Krankheit aber nicht. Das heißt: RHD ist nicht heilbar
Mit Antibiotika und anderen Medikamenten kann dem Tier unter Umständen geholfen werden. Trotzdem sterben die meisten Tiere an der Krankheit. Auch Tiere die die Chinaseuche überleben sind nicht gegen die Krankheit immun. Das einmal erkrankte Kaninchen kann das Virus zudem auch noch über Monate an andere weitergeben.
 
Prophylaxe
In Deutschland und Österreich ist eine Impfung gegen RHD erlaubt und es existieren zugelassene Impfstoffe. Österreich gilt als weitgehend RHD frei. Der Impfstoff muss daher meist auf Nachfrage vom Tierarzt bestellt werden. In Deutschland ist der Wirkstoff meist vorrätig.
Tierärzte empfehlen die Impfung für alle Kaninchen. Die Impfung wird meist problemlos vertragen und erfolgt unter die Haut. Trotzdem ist die Impfung bei manchen Züchtern umstritten. Beim Kauf eines Tieres sollte also gefragt werden, ob das Tier gegen Chinaseuche geimpft wurde.
Für Rassezüchter: In Deutschland ist eine RHD Impfung Pflicht für Ausstellungstiere. Dies gilt auch für Jahre in welchen es kaum zu Fällen von Chinaseuche kommt.
 
Zusätzlicher Schutz bieten Sauberkeit und Vorsicht.
 
Wichtig: Die Erstimpfung der Jungtiere kann schon mit 6 Wochen erfolgen. Nachimpfung dann nur noch 1x jährlich.